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Zentrale Lüftung DIY

Vorwort

Im Jahr 2018 haben wir unser Einfamilienhaus gebaut und uns damals bewusst für eine zentrale Lüftungsanlage entschieden.

Bis heute haben wir diese Entscheidung nicht bereut. Die Anlage sorgt für ein angenehmes Raumklima und trägt dazu bei, Feuchtigkeit und Schimmel zuverlässig vorzubeugen.

Bei uns war die gesamte Technik in einem Integralsystem untergebracht, also in einer kombinierten Lösung aus Lüftung und Heizung.

Aus aktuellem Anlass mussten wir dieses System im Jahr 2026 jedoch austauschen, da der Verdichter des Gesamtsystems einen Schaden erlitten hatte.

Mehr dazu in einem anderen Beitrag ->

Information
    • Bei fachgerechtem Einbau einer zentralen Lüftungsanlage sind in den Wohnräumen keine störenden Geräusche wahrnehmbar.
    • In unserem Fall ist kein unangenehmer Luftzug spürbar – dennoch merkt man deutlich die frische, gefilterte Luft im Raum.
    • Das Lüftungsgerät selbst erzeugt jedoch eine gewisse Geräuschkulisse. Daher empfehlen wir, es nicht direkt im Wohnbereich zu platzieren,
  • sondern beispielsweise in einem Technikraum oder Keller unterzubringen.
    • ja man kann trotzdem mit den Fenstern lüften.
    • Für Allergiker ist es ein Segen! Ich bin selbst Allergiker und im Sommer habe ich keine Probleme mehr beim Schlafen.

Zehnder Comfoair Q350 TR

Praxis & Alltag

  1. Fenster bleiben größtenteils geschlossen – trotzdem immer frische Luft im Haus
  2. Deutlich weniger Staub (vor allem mit guten Filtern)
  3. Gerüche (Kochen, Bad) werden schneller abtransportiert
  4. Im Winter kein „Stoßlüften-Stress“

Wartung & Pflege

  1. Filter müssen regelmäßig gewechselt werden (meist alle 3–6 Monate)
  2. Kosten überschaubar, aber sollte man einplanen (bei Zehnder aktuell ca. 36€)
  3. Anlage selbst ist relativ wartungsarm

Energie & Effizienz

  1. Wärmerückgewinnung spart Heizkosten
  2. Gerade im Winter spürbar effizient
  3. Kein unnötiges „Fenster auf – Wärme raus“

Planung & Einbau (sehr wertvoll!)

  1. Gute Planung der Luftauslässe ist entscheidend
  2. Schalldämpfer und richtige Rohrführung extrem wichtig
  3. Nachträglicher Einbau deutlich aufwendiger

Sommerbetrieb

  1. Anlage bringt keine echte Kühlung
  2. Kann aber nachts beim „Durchlüften“ unterstützen
  3. Bypass-Funktion schaltet im Sommer automatisch um, dass heißt sie bringt Nachts kühle Luft ins Haus.

Gerät & Aufstellort

  1. Technikraum oder Keller ideal
  2. Zugang für Wartung einplanen

Feuchtigkeit & Raumklima

Einbau & Herausforderungen

Der Einbau der neuen Anlage war für mich grundsätzlich keine große Herausforderung. Da die meisten Komponenten bereits vorhanden waren, musste ich lediglich einige Anpassungen und Umstrukturierungen vornehmen.

Eine echte Schwierigkeit ergab sich jedoch durch die bestehende Installation:

Die Baufirma hatte damals Lüftungsrohre mit einem Durchmesser von 315 mm verlegt. Dadurch stand ich vor der Aufgabe, diese auf DN160 zu reduzieren – und das unter der Einschränkung, möglichst wenig aus der Wand herauszukommen. Hintergrund war der begrenzte Platz, da zusätzlich noch die neue Heizungsanlage untergebracht werden musste.

Erschwerend kam hinzu, dass die Leitungsführung der Luftrohre zur Hausverteilung nicht optimal ausgeführt war. Fachgerecht hätte man hier Verteilerkästen in der Wand vorgesehen und die Rohre sauber auf die Anschlüsse geführt.

Stattdessen wurden die Rohre bei uns direkt aus der Wand geführt und anschließend mit Beton vergossen. Das machte ein nachträgliches Biegen sowie das exakte Positionieren der Leitungen deutlich aufwendiger.

Nach stundenlanger Suche nach passenden Reduzierungen für DN315 habe ich schließlich keine geeignete Lösung gefunden. Daher bin ich einen anderen Weg gegangen und habe die benötigten Übergänge selbst konstruiert und mit meinem 3D-Drucker aus ASA gefertigt.

Dabei ist es besonders wichtig, das Design strömungsgünstig auszuführen und so zu gestalten, dass sich kein Kondenswasser im Bauteil sammeln kann. Sanfte Übergänge, keine scharfen Kanten sowie ein leichtes Gefälle können hier entscheidend sein.

Montage & Luftverteilung

Im nächsten Schritt ging es an das Versetzen der Verteilerblöcke. Diese verfügen bereits über integrierte Schalldämpfer und bringen entsprechend auch ein ordentliches Gewicht mit sich, was bei der Montage berücksichtigt werden muss.

Nachdem die Verteiler neu positioniert waren, habe ich zunächst die Luftverteilung angeschlossen. Dazu wurden die vorhandenen Rohre entsprechend gekürzt und vorsichtig in Form gebracht. Ziel war es, möglichst weiche Übergänge zu schaffen und harte Kanten oder enge Biegeradien zu vermeiden, um Strömungsgeräusche und Druckverluste gering zu halten.

Die Rohrenden wurden anschließend mit diffusionsdichtem Klebeband sauber abgedichtet, um Undichtigkeiten sowie ungewollten Luftaustausch zu vermeiden.

Erst nachdem die komplette Luftführung fertiggestellt war, ging es an die Montage der Halteschiene für die Zehnder-Einheit. Diese war mit zwei Bohrungen schnell montiert.

Ein wichtiger Punkt an dieser Stelle:
Für den Betrieb der Anlage ist ein Siphon zur Ableitung des Kondenswassers zwingend erforderlich. Dieser sollte direkt bei der Montage mit eingeplant werden, um spätere Probleme zu vermeiden.

Hinweis: bei der Q350 TR kann man die Ansschlüsse intern umschalten, von Links auf Rechts dabei ändert sich auch der Anschluss des Kondensatablaufs von Links nach Rechts, also darauf achten!

Inbetriebnahme & Einstellung

Nach dem Anschluss von Zu- und Abluft ging es an die Inbetriebnahme der Zehnder-Anlage.

Die Installationsanleitung ist online verfügbar und führt Schritt für Schritt durch die Einrichtung. Damit lässt sich das Gerät sehr gut an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

In unserem Fall war die Einrichtung vergleichsweise unkompliziert, da ich viele der benötigten Werte bereits aus der vorherigen Anlage übernehmen konnte.

Zusätzlich wird man durch einen integrierten Assistenten geführt, der die Konfiguration größtenteils automatisiert und deutlich vereinfacht.

Ein wichtiger Punkt ist jedoch die korrekte Einstellung der Drosselventile. Diese sollten unbedingt gemäß den Vorgaben im Handbuch eingestellt werden, da sie maßgeblich für die richtige Luftverteilung im Haus verantwortlich sind.


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